Ladebooster-Vergleich · Wirkungsgrad · 12 V

30 A oder 50 A Ladebooster? Warum der Wirkungsgrad entscheidet

Viele fragen mich: Meine Lichtmaschine ist eher klein, reicht dann nicht ein 30-A-Ladebooster? Das klingt logisch. Trotzdem rate ich meist zum 50-A-Gerät, und zwar so eingestellt, dass es die Lichtmaschine genau gleich belastet. Der Grund ist eine Zahl, die fast niemand anschaut: der Wirkungsgrad.

Orion-Tr Smart 30 A vs. Orion XS 50 A 87 % gegen 98,5 % Wirkungsgrad Ladestrom bei Hitze durchgerechnet Mit Video
Zwei Victron-Ladebooster, eine Frage: Wie viel kommt wirklich in der Aufbaubatterie an?

Direkte Antwort

30 A oder 50 A Ladebooster bei kleiner Lichtmaschine?

Nimm den 50-A-Booster und begrenze ihn am Eingang. Ein Victron Orion XS 12/12-50 A, der auf 35 A Eingangsstrom eingestellt ist, belastet die Lichtmaschine genauso wie ein Orion-Tr Smart 12/12-30 A. Weil der XS mit bis zu 98,5 statt 87 Prozent Wirkungsgrad arbeitet, kommen davon aber rund 33,5 A statt 30 A in der Aufbaubatterie an. Er erzeugt rund neunmal weniger Wärme und liefert seinen Strom auch dann noch, wenn der 30-A-Booster wegen Hitze schon deutlich drosselt.

Das Entscheidende ist der Gedanke dahinter: Nicht die Ampere-Zahl auf dem Gerät bestimmt, wie stark die Lichtmaschine arbeiten muss, sondern der Strom, den der Booster am Eingang zieht. Und der ist beim weniger effizienten Gerät höher, als die Zahl auf dem Etikett vermuten lässt.

Wirkungsgrad laut DatenblattOrion-Tr 87 % · Orion XS bis 98,5 %
Last für die Lichtmaschinebeide rund 35 A (XS am Eingang begrenzt)
Ladestrom in die Aufbaubatterie30 A gegen rund 33,5 A, also 3,5 bis 5 A mehr
Abwärme bei voller Leistungrund 64 W gegen rund 7 W
Bei 50 °C im Einbauraumrund 21 A gegen weiterhin 33,5 A
Zwei Stunden Fahrt bei 50 °Crund 42 Ah gegen 67 Ah
Video

30 A oder 50 A Ladebooster: der Vergleich im Video

Im Video siehst du beide Geräte als 3D-Modell und alle Rechnungen als Animation: vom Wirkungsgrad über die Abwärme bis zur Temperaturkurve. Der Beitrag fasst dieselben Zahlen zum Nachlesen zusammen und erklärt zusätzlich, wie du den Orion XS einstellst.

Kapitel im Video

  1. 0:00 30 A oder 50 A?
  2. 0:19 So funktioniert das System
  3. 0:51 Die beiden Geräte im Vergleich
  4. 1:34 Was Wirkungsgrad bedeutet
  5. 2:30 Gleiche Last für die Lichtmaschine
  6. 3:20 Wärme und Hitze im Einbauraum
  7. 4:57 Was passiert bei wenig Spannung
  8. 5:21 Praxisbeispiel: zwei Stunden Fahrt
  9. 5:46 Mein Fazit

Grundlagen

So hängt alles zusammen: Lichtmaschine, Booster, Aufbaubatterie

Die Lichtmaschine erzeugt beim Fahren Strom. Der geht zuerst an die Starterbatterie und das Fahrzeugnetz. Der Ladebooster sitzt zwischen Starterbatterie und Aufbaubatterie und sorgt dafür, dass die Aufbaubatterie mit der passenden Spannung und dem passenden Ladeverfahren geladen wird, egal was die Lichtmaschine gerade vorne macht.

  1. Lichtmaschine erzeugt den Strom
  2. Starterbatterie und Fahrzeugnetz
  3. Ladebooster regelt Spannung und Ladekurve
  4. Aufbaubatterie zum Beispiel LiFePO4
Der Satz, um den sich alles dreht: Alles, was der Ladebooster an die Aufbaubatterie abgibt, muss die Lichtmaschine vorher liefern, plus das, was im Gerät als Wärme verloren geht. Genau dieser Verlust entscheidet den Vergleich.

Wie viel Strom deine Lichtmaschine für einen Booster überhaupt übrig hat, rechne ich ausführlich im Ratgeber Ladebooster und Lichtmaschine vor. In diesem Beitrag gehe ich davon aus, dass du diesen Wert kennst, und es geht nur noch um die Frage: Welcher Booster macht aus diesem Strom am meisten?

Gerätevergleich

Orion-Tr Smart 30 A und Orion XS 50 A im Datenblatt

Beide Geräte kommen von Victron, beide sind nicht galvanisch getrennt und für 12 V auf 12 V gebaut. Der Unterschied steckt in der Technik: Der Orion-Tr Smart 12/12-30 ist die ältere, bewährte Bauart. Der Orion XS 12/12-50A ist deutlich neuer, kleiner, leichter und vor allem effizienter.

Für diesen Vergleich ist ein Punkt besonders wichtig: Beim Orion XS kann ich den Eingangsstrom einstellen. Ich kann ihm also genau sagen, wie viel er der Lichtmaschine maximal abnehmen darf. Der Orion-Tr hat diese Begrenzung nicht.

Orion-Tr Smart 30 A (links) und Orion XS 50 A (rechts).
Datenblattwert Orion-Tr Smart 12/12-30
nicht isoliert
Orion XS 12/12-50A
Nenn-Ladestrom30 A50 A
Wirkungsgrad87 %bis 98,5 %
Gewicht1,8 kg0,33 kg
Umgebungstemperaturbis 55 °Cbis 60 °C
Drosselung bei Hitzevolle Leistung bis 40 °C, danach −3 % pro °Cab 40 °C −1,5 % pro °C (bezogen auf 700 W)
Eingangsstrom begrenzbarneinja, einstellbar

Die Werte stammen aus den aktuellen Victron-Datenblättern, die du unten unter Quellen findest. Beim Orion XS sind 98,5 Prozent der Spitzenwert. Ich habe mit diesem Wert gerechnet und unten aufgeschrieben, was sich mit 98 Prozent ändert. Spoiler: fast nichts.

Physik verständlich

Was der Wirkungsgrad eines Ladeboosters bedeutet

Der Wirkungsgrad sagt dir, welcher Anteil der Leistung, die in den Booster hineingeht, auch hinten in der Batterie ankommt. Der Rest wird im Gerät zu Wärme. Stell dir 100 Watt vor, die hineingehen:

13 Watt klingen erst einmal nach wenig. Rechnen wir aber mit echten Strömen: Wenn der Orion-Tr seine vollen 30 A bei 14,2 V Ladespannung liefert, gibt er 426 W ab. Bei 87 Prozent Wirkungsgrad muss er dafür rund 490 W aufnehmen. Die Differenz von rund 64 W heizt im Gerät. Der Orion XS kommt bei vergleichbarer Leistung auf rund 7 W.

Diese Wärme ist doppelt schlecht. Erstens ist sie verlorene Energie, die deine Lichtmaschine erzeugen muss, ohne dass sie je in der Batterie ankommt. Zweitens bleibt sie dort, wo der Booster verbaut ist, und genau das wird gleich im Abschnitt Hitze zum Problem.

Zum Vergleich: 64 W, das ist ungefähr ein Lötkolben, der die ganze Fahrt über in deinem Staufach läuft.

Von 100 W bleiben beim Orion-Tr 13 W als Wärme im Gerät, beim XS nur rund 1,5 W.

Der Kern des Vergleichs

Gleiche Last für die Lichtmaschine, mehr Ladestrom für dich

Jetzt kommt der Trick. Ich vergleiche die beiden Booster nicht bei ihrer Höchstleistung, sondern bei derselben Belastung der Lichtmaschine. Denn genau das ist bei einer kleinen Lichtmaschine die Frage.

  1. Orion-Tr 30 A: Damit er 30 A an die Aufbaubatterie liefert, zieht er bei 13,8 V an der Starterbatterie rund 35,5 A aus der Lichtmaschine.
  2. Orion XS auf 35 A begrenzt: Ich stelle den Eingangsstrom auf 35 A. Mehr nimmt er sich nicht. Die Lichtmaschine arbeitet also genauso viel wie beim 30-A-Gerät.
  3. Ergebnis: Beim XS kommen davon rund 33,5 A in der Batterie an. Liefert die Lichtmaschine etwas mehr Spannung, etwa 14,4 V, sind es sogar knapp 35 A.

Unterm Strich: dauerhaft 3,5 bis 5 A mehr Ladestrom bei derselben Last für die Lichtmaschine. Das sind gut 10 bis 15 Prozent mehr, ohne dass vorne auch nur ein Ampere mehr gezogen wird.

Und noch etwas fällt auf: Mit 35 A am Eingang läuft der Orion XS bei nur rund 476 W von seinen 700 W Nennleistung, also bei etwa 68 Prozent Auslastung. Er ist kaum gefordert. Der Orion-Tr dagegen arbeitet bei derselben Lichtmaschinenlast an seiner Obergrenze.

Vorne gleich viel, hinten mehr: +3,5 bis 5 A Ladestrom mit dem Orion XS.

Faustwert: Was kommt pro 10 A Lichtmaschinenstrom an?

Wenn du für deine Lichtmaschine eine andere Reserve ausgerechnet hast als 35 A, hilft dieser einfache Faustwert. Gerechnet mit 13,8 V am Eingang und 14,2 V Ladespannung:

Eingangsstrom aus der Lichtmaschine Orion-Tr Smart (87 %) Orion XS (98,5 %)
pro 10 Aca. 8,5 Aca. 9,6 A
25 Aca. 21 Aca. 24 A
35 A30 A (Nennstrom)ca. 33,5 A
Wichtig: Die 35 A sind kein Richtwert für jede Lichtmaschine, sondern genau die Last, die ein Orion-Tr 30 A ohnehin verursacht. Wie viel deine Lichtmaschine verträgt, findest du über die Reserve-Rechnung und die Spannungsmessung an der Starterbatterie heraus, wie im Ratgeber Ladebooster einstellen beschrieben.

Sommer im Staufach

Wärme und Hitze im Einbauraum: wo der Unterschied richtig groß wird

Ladebooster sitzen oft unter dem Beifahrersitz, in einer Sitzbox oder in einem geschlossenen Staufach. Im Sommer wird es dort schnell warm. Beide Geräte schützen sich bei Hitze selbst und regeln dann ihren Ladestrom herunter. Und hier schlägt der Wirkungsgrad ein zweites Mal zu.

Der Orion-Tr erzeugt bei voller Leistung rund 64 W Wärme, der XS nur etwa 7 W, also rund neunmal weniger. Deshalb wird der 30-A-Booster viel schneller heiß. In einem engen, schlecht belüfteten Einbauraum heizt er außerdem die Luft um sich herum selbst auf. Wie stark, hängt von Raumgröße und Belüftung ab. Eine feste Zahl dafür gibt es nicht.

Rund neunmal so viel Wärme: Der 30-A-Booster heizt sein Staufach selbst mit auf.

Welche Temperatur zählt: Gehäuse oder Umgebung?

Victron meint bei der Drosselung die Umgebungstemperatur, also die Luft rund um das Gerät. Wenn du einen Orion-Tr unter Last anfasst, ist das Gehäuse schnell über 50 °C heiß. Das ist normal, und er liefert dabei trotzdem seine 30 A. Kritisch wird es erst, wenn die Luft drumherum über 40 °C steigt.

Ladestrom bei steigender Umgebungstemperatur

Ab 40 °C Umgebung regelt der Orion-Tr um 3 Prozent pro Grad herunter. Der Orion XS reduziert nur um 1,5 Prozent pro Grad, und zwar bezogen auf seine 700 W Nennleistung. Weil er mit 35 A Eingang ohnehin nur zu rund zwei Dritteln ausgelastet ist, würde die Drosselung rechnerisch erst bei etwa 61 °C greifen. Das liegt schon oberhalb seiner Spezifikation von 60 °C.

Umgebungstemperatur Orion-Tr Smart 30 A Orion XS, 35 A Eingang
25 bis 40 °C30 A33,5 A
45 °Cca. 25,5 A33,5 A
50 °Cca. 21 A33,5 A
55 °Cca. 16,5 A (Ende der Spezifikation)33,5 A
60 °Caußerhalb der Spezifikation33,5 A
Der Orion-Tr kämpft mit seiner eigenen Wärme, der Orion XS bleibt flach.
Fair gerechnet: Ich habe den Orion-Tr bewusst zu seinen Gunsten gerechnet, nämlich mit vollen 30 A bis 40 °C. Victron nennt im Datenblatt bei 40 °C nur 360 W. Bei 14,2 V Ladespannung wären das eher 25 A. In der Praxis kann der Abstand also noch größer sein.

Oft übersehen

Was passiert, wenn die Spannung am Eingang sinkt?

Ein Ladebooster versucht, seine Ausgangsleistung zu halten. Sinkt die Spannung an seinem Eingang, zum Beispiel durch ein langes, zu dünnes Kabel oder eine Smart-Lichtmaschine, braucht er für dieselbe Leistung mehr Strom.

Der Orion-Tr hat keine Eingangsbegrenzung. Bei 13,8 V zieht er rund 35,5 A, bei 12 V schon rund 41 A. Genau dann, wenn die Lichtmaschine ohnehin schwächelt, verlangt er ihr also mehr ab.

Der Orion XS bleibt bei den 35 A, die ich eingestellt habe. Er liefert dann etwas weniger Ladestrom, aber die Lichtmaschine wird nicht stärker belastet als geplant.

Ohne Eingangsbegrenzung steigt der Strom, wenn die Spannung fällt.
Spannung am Booster-Eingang Orion-Tr 30 A (ohne Begrenzung) Orion XS (auf 35 A begrenzt)
13,8 Vca. 35,5 A35 A
13,0 Vca. 37,7 A35 A
12,0 Vca. 40,8 A35 A

Ein sauber dimensioniertes Kabel ist deshalb bei beiden Geräten Pflicht. Welcher Querschnitt und welche Sicherung zu deinem Booster gehören, richtet sich nach der Leitungslänge und der Victron-Anleitung. Mehr dazu im Ratgeber Ladebooster im Wohnmobil.

Praxisbeispiel

Zwei Stunden Fahrt: wie viel landet in der Aufbaubatterie?

Machen wir die Zahlen greifbar. Zwei Stunden Fahrt, gleiche Last für die Lichtmaschine:

  • Bis 40 °C im Einbauraum: Orion-Tr rund 60 Ah, Orion XS rund 67 Ah.
  • 50 °C im Einbauraum: Orion-Tr nur noch rund 42 Ah, Orion XS weiterhin rund 67 Ah.

Das sind an einem heißen Tag rund 25 Ah mehr in deiner Aufbaubatterie, ohne dass die Lichtmaschine mehr leisten muss. Bei einer 100-Ah-Batterie ist das ein Viertel ihrer Kapazität.

Bei 50 °C im Einbauraum: 42 Ah gegen 67 Ah.
Zwei Stunden Fahrt Orion-Tr Smart 30 A Orion XS, 35 A Eingang Unterschied
Einbauraum bis 40 °Cca. 60 Ahca. 67 Ah+7 Ah
Einbauraum 50 °Cca. 42 Ahca. 67 Ah+25 Ah

Vereinfacht gerechnet mit konstantem Ladestrom. In der Praxis sinkt der Strom gegen Ende der Ladung, wenn die Batterie fast voll ist. Am Verhältnis der beiden Geräte ändert das wenig.

Umsetzung

Orion XS am Eingang begrenzen: so gehst du vor

Der ganze Vorteil steht und fällt mit der Eingangsbegrenzung. Ohne sie zieht ein Orion XS bis zu seinen vollen 50 A plus Verlust, und das ist für eine kleine Lichtmaschine zu viel. Die Einstellung machst du in der VictronConnect-App über Bluetooth.

  1. Reserve der Lichtmaschine kennen: Wie viel Strom dein Fahrzeug für den Booster übrig hat, rechnest du wie im Ratgeber Reserve berechnen.
  2. Eingangsstrom begrenzen: In VictronConnect die Eingangsstrombegrenzung auf diesen Wert setzen, im Beispiel 35 A. Der Ausgang ergibt sich dann von selbst.
  3. Vorne nachmessen: Mit eingeschaltetem Booster die Spannung direkt an der Starterbatterie prüfen. Bleibt sie stabil im Ladebereich, passt die Einstellung.
  4. Bei Bedarf nachjustieren: Bricht die Spannung vorne ein, die Begrenzung in kleinen Schritten senken. Ist reichlich Reserve da, kannst du vorsichtig erhöhen.
Kein Freifahrtschein: Ein 50-A-Booster ist nur dann die bessere Wahl für eine kleine Lichtmaschine, wenn du ihn wirklich am Eingang begrenzt. Ungebremst auf 50 A belastet er die Lichtmaschine deutlich stärker als ein 30-A-Gerät.

Nebenbei hilft die geringe Abwärme auch bei der Einbauortwahl: Ein Orion XS kommt mit engen Einbauräumen deutlich besser zurecht. Freie Luft rund um das Gerät und die Einbauhinweise aus der Anleitung gelten trotzdem für beide.

Transparenz & Quellen

Rechenweg und Quellen

Alle Ströme in diesem Beitrag sind Beispielrechnungen auf Basis der Victron-Datenblätter. Annahmen: 13,8 V an der Starterbatterie, 14,2 V Ladespannung an der Aufbaubatterie, Orion XS am Eingang auf 35 A begrenzt.

  • Orion-Tr Eingangsstrom: 30 A × 14,2 V ÷ 0,87 ÷ 13,8 V ≈ 35,5 A
  • Orion XS Ladestrom: 35 A × 13,8 V × 0,985 ÷ 14,2 V ≈ 33,5 A; mit 98 % Wirkungsgrad ≈ 33,3 A; bei 14,4 V am Eingang ≈ 35 A
  • Abwärme: Orion-Tr ≈ 490 W − 426 W ≈ 64 W; Orion XS ≈ 483 W − 476 W ≈ 7 W; Faktor rund 9
  • Auslastung Orion XS: rund 476 W von 700 W ≈ 68 %; Drosselung mit −1,5 %/°C ab 40 °C erst ab etwa 61 °C
  • Drosselung Orion-Tr: 30 A bis 40 °C, danach −3 %/°C: 45 °C ≈ 25,5 A, 50 °C ≈ 21 A, 55 °C ≈ 16,5 A
  • Eingangsstrom bei sinkender Spannung: 30 A × 14,2 V ÷ 0,87 ÷ Uein; bei 12 V ≈ 40,8 A
  • Zwei Stunden Fahrt: Ladestrom × 2 h; 30 A → 60 Ah, 21 A → 42 Ah, 33,5 A → 67 Ah
Zur Einordnung: Die realen Ladeströme hängen von Kabeln, Lichtmaschine, Bordnetzspannung, Einbauort und Belüftung ab. Die Datenblätter beschreiben, dass der Ausgangsstrom bei Hitze reduziert wird, nicht dass der Wirkungsgrad einbricht. Genau so ist es hier gerechnet. Mehr zu meinem fachlichen Hintergrund findest du unter Über Andreas.

FAQ

Häufige Fragen zu 30 A oder 50 A Ladebooster

Reicht bei einer kleinen Lichtmaschine nicht ein 30-A-Ladebooster?

Er reicht, ist aber nicht die beste Wahl. Ein Orion XS 50 A, den du am Eingang auf 35 A begrenzt, belastet die Lichtmaschine genauso wie ein Orion-Tr 30 A. Dank 98,5 statt 87 Prozent Wirkungsgrad kommen davon aber rund 33,5 statt 30 A in der Aufbaubatterie an.

Was bedeutet der Wirkungsgrad bei einem Ladebooster?

Der Wirkungsgrad sagt, welcher Anteil der aufgenommenen Leistung in der Batterie ankommt. Bei 87 Prozent werden von 100 W rund 13 W zu Wärme, bei 98,5 Prozent nur rund 1,5 W. Diese Verlustleistung muss die Lichtmaschine zusätzlich liefern.

Wie viel Wärme erzeugen Orion-Tr 30 A und Orion XS?

Mit den Datenblatt-Wirkungsgraden gerechnet erzeugt der Orion-Tr bei vollen 30 A rund 64 W Abwärme. Der auf 35 A Eingang begrenzte Orion XS kommt auf rund 7 W, also etwa neunmal weniger.

Ab welcher Temperatur regelt ein Ladebooster herunter?

Gemeint ist die Umgebungstemperatur, also die Luft rund um das Gerät, nicht das Gehäuse. Der Orion-Tr liefert bis 40 °C seinen vollen Strom und reduziert danach um 3 Prozent pro Grad, spezifiziert bis 55 °C. Der Orion XS reduziert ab 40 °C um 1,5 Prozent pro Grad, bezogen auf seine Nennleistung, und ist bis 60 °C spezifiziert.

Warum zieht ein Ladebooster bei niedriger Spannung mehr Strom?

Ein Ladebooster hält seine Ausgangsleistung. Sinkt die Eingangsspannung, etwa durch ein langes dünnes Kabel oder eine Smart-Lichtmaschine, braucht er dafür mehr Eingangsstrom. Beim Orion-Tr 30 A sind das bei 12 V rund 41 A. Beim Orion XS kann man den Eingangsstrom fest begrenzen.

Fazit

Gleiche Last, mehr Ladestrom, stabil auch bei Hitze

Ja, der Orion XS kostet mehr als der Orion-Tr Smart 30 A. Aber auf 35 A Eingang begrenzt belastet er deine Lichtmaschine nicht mehr als der 30-A-Booster und liefert trotzdem mehr Strom in die Aufbaubatterie, mit rund neunmal weniger Wärme und auch im Sommer im engen Staufach stabil. Dazu kommt die feste Eingangsbegrenzung, die deine Lichtmaschine auch bei sinkender Spannung schützt.

Für mich ist er deshalb gerade bei einer kleinen Lichtmaschine auf lange Sicht die bessere Wahl. Die Ampere-Zahl auf dem Etikett sagt eben nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte steht im Datenblatt beim Wirkungsgrad.

Sicherheitshinweis: Arbeiten an 12-V-Hochstromanlagen können bei Kurzschluss, falschem Querschnitt oder lockeren Verbindungen Brände verursachen. Dieser Beitrag erklärt Zusammenhänge und Beispielrechnungen und ersetzt keine Prüfung am konkreten Fahrzeug. Wenn du Lichtmaschine, Kabelweg, Absicherung oder Boostereinstellung nicht sicher beurteilen kannst, lass den Einbau von einer qualifizierten Fachkraft prüfen oder ausführen. Beachte zusätzlich die Vorgaben von Fahrzeug-, Batterie- und Gerätehersteller.

Andreas von VoltKompass
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